Alex

Alex – das Kätzchen

Wir konnten natürlich gar nicht abwarten, bis Alex alt genug war, dass wir ihn mit nach Hause nehmen konnten. Nach unserer „Bestellung“ vergingen so qualvolle 8 Wochen. Zwischendurch haben wir natürlich noch mal unseren „kleinen“ Besucht, auch mussten wir uns für einen Kater aus dem Wurf entscheiden, was uns allerdings unsere Züchterin abgenommen hatte.

Was mir immer schon auffiel, war das Alex – uuuuuääääääääääääähhhhhhhh. Ich fragte mich, ob er das bei uns abstellen würde. Um es vorweg zu nehmen: Er tat es nicht.

Auf seiner erster Fahrt im Auto brüllte er in einer Tour, abends vor unserer Schlaufzimmertür auch, nach zwei Wochen kein-Auge-zugetan haben wir’s dran gegeben, fortan durfte er auch im Schlafzimmer schlafen. Im Bett hat er’s nach dem zweiten nächtlichen Rausfaller sein Ansinnen aufgegeben: Wenn nun das Licht ausgeht verschwindet er unter’s Bett.

Allerdings können nicht alle Beteiligten sich darüber freuen. Da werde ich in der Nacht meiner damaligen Partnerin zuerst sanft, danach immer heftiger Wachgerüttelt, mit der Maßgabe, dass ich sofort das Schnarchen einstellen soll. Bis ich es auch höre. Es ist der Alex, der unter meinem Kopfende liegt und seelenruhig von sich hinschnarchte.

Alex – der Kater

Nun wurde Alex immer größer und größer – und hörte bei 4 kg Gewicht auf einmal auf zu Wachsen. Selbst leckeres Animonda Naß- und Trockenfutter konnte ihn nicht dazu bringen, noch ein paar Kilogramm mehr auf die Waage zu bringen. In den technischen Unterlage zum „British Blue“ stand, dass ein Kater so 6-8kg schwer werden würde, unserer ist also eindeutig ein Micro-Kater.

Und noch was stand darin: Die Britten sind leise. Unserer erzählt uns immer Romane und zwar in der o.g.  uuuuuääääääääääääähhhhhhhh Art- und Weise.

Auf jeden Fall bin ich glücklich. Mit meinem Kater.

Das „kleine“ Unglück

Irgendwann wollte ich auch mal einen Urlaub machen. Einen längeren Urlaub. Für mich war ein Urlaub, der länger als ein Wochenende plus zwei Tage dauerte, eine halbe Ewigkeit. Und wir waren nun eine lange Ewigkeit im Urlaub – zwei Wochen!

Als wir wiederkamen wurden besonders ich von Alex überschwenglich begrüßt. Das hörte überhaupt nicht auf und er brachte auch kein Verständnis dafür auf, dass man erst einmal auspacken wollte. Wir waren damals in Tschechien mit dem Moped unterwegs gewesen, sprich: Nicht nur die Mopeds mussten wieder in die Garage, sondern auch die umfangreiche Klamottensammlung musste wieder verstaut werden.

Nach der Aufräumaktion sind wir müde ins Bett gefallen. Alex ist zu mir ins Bett gekrochen und wollte wohl gekrault werden. Er schnurrte, ich kraulte ihn und plötzlich krallte er sich in meinen Arm, umklammerte ihn, schlug die Krallen seiner Arme in meinen Unterarm, biss in meine Finger und nutze die Beine, um zu scharren (also Beine hochziehen, Krallen raus, Beine runter). Ich schrie rum, meine Partnerin machte das Licht an, ich riss den Kater vom Arm.

Er schlug heftig mit dem Schwanz, ich blutete aus unzähligen Wunden. Nach der Versorgung meines Arms, bei dem die Hälfte des Desinfektionssprays und fast alle Pflaster bei draufgingen, wollte ich wieder schlafen. Konnte ich natürlich nicht. Gründe waren die vielen Pflaster, die nicht nur an meinem Arm hielten, sondern sich auch in der Decke verklebten, sondern viel mehr die Angst, noch einmal des Nachts überfallen zu werden.

Also stand ich auf und wühlte mich durch die zahllosen schon eingangs erwähnten Katzenbücher. Auch habe ich ein Buch, dass sich vornehmlich über die Seele einer Katze auseinander setzt. Ich habe alles gelesen. Es brachte mich aber nicht so ganz weiter. Also rief ich die eine Autorin an, die es auf den Punkt brachte: Eine Katze denkt einfach: Ich mache das kaput, was mich kaput macht. Also mich. Ich war einfach zu lange weg gewesen.

Sofortmaßnahmen

Natürlich konnte das nicht mehr so weiter gehen. Also wurde Alex kastriert. Zeitgleich rief ich bei der Züchterin an und fragte um Rat.

Sie riet mir auch zur Kastration und einer zweiter Katze. Und – wie es der Zufall wollte – hatte sie moch einen Kater, der noch keinen Besitzer gefunden hatte: Moritz. Der M-Wurf sollte ihr letzter Wurf sein (sie war aber schon zweimal durch’s Alphabet, Alex ist ja eigentlich auch „Urmel“) und da es zwei Kater waren wurden sie schnell zu Max und Moritz. Und Moritz währe schon eine Marke, der sich auch gut gegen den alten Herren bestehen würde.

Weiter geht’s

Die Entscheidungen waren goldrichtig. Alex wurde ruhiger und Moritz behauptete sich. Und zwar nicht durch Respekt, sondern einfach durch Penetranz.

Hierzu aber mehr im Artikel über den Moritz.

Yankee kommt ins Haus – oder Unglück 2

Mit Yankee war Alex überhaupt nicht einverstanden. Immer gab’s Zankereien. Da ich aber den Grund wissen wollte, wendete ich mich an eine sehr kompetente Bekannte, die mich wie auch Yankee schon jahrelang kennt.

Sie fragte mich über meine persönliche Situation aus, über Alex, Moritz und Yankee und kam zu einem erstaunlichen Ergebnis:

Alex ist mit seiner Situation unzufrieden:

  • Er ist zu mir und meiner damaligen Freundin ins Haus gekommen und wollte mit mir zusammen leben.
  • Dann bekam er eine neue Wohnung vorgesetzt.
  • Und noch eine neue Freundin von mir.
  • Die brachte auch noch so einen dusseligen Hund mit, der nur nervt.
  • Dann lassen die beiden ihn für ZWEI Wochen allein.
  • Und weisen Marc’s Mutter an, ihn zu pfelgen. (Er mag sie nicht besonders … ich weiss auch warum 😉 )
  • Dann das schlimmste: Die OP.
  • Und kurz danach: Noch ein neuer Kater.
  • Und ein halbes Jahr später: Ungefragt umgezogen.
  • Und dann dieser dünne, freche Riesenköter, der Katzen auch nicht mag.
  • Und dann wieder Umzug.
  • Und dann nochmal Umzug.

Eigentlich will er nur seine Ruhe haben und sein Leben mit mir verbringen. Aber nein, immer kommt wieder was dazwischen …

Dennoch: Je mehr ich drüber nachgedacht habe, um so mehr ist das richtig. Ich habe aufgepasst, dass er sich zurückziehen kann, Yankee hat er sich selbst herangezogen, der hat mittlerweile einen großen Respekt vor ihm.

Der einzige, der ihn nicht respektiert, ist der Moritzkacker.