Antonini ARA-XL in der Prijon Version

Allgemein

Antonini stellt einige Rettungsmesser her, wie bspw. das getestete Antonini ARA-XL in der Prijon Version zum Preis von 109 EUR Liste. Im Produktportfolio von Antonini gibt auch noch die beiden Nauta Messer, NAUTA B/S – blue und NAUTA_RQE R/S – red. Das erste ist in erster Linie ein Seglermesser mit Marlspieker, das zweite ein Rettungsmesser mit Marlspieker. Im Gegensatz zum ARA-XL haben diese Messer jedoch keinen Gurtschneider, den ich aber beim Kajak für wichtig erachte. Generell sind die Messer von Antonini in Deutschland schwer zu beschaffen, am einfachsten geht es über Prijon und deren Händler, die dann – wie meins – mit dem Prijon-Aufdruck versehen sind.

Technische Daten:

  • Gesamt, ausgeklappt: 215 mm
  • Gesamt, eingeklappt: 133 mm
  • Breite (mit / ohne Clip): 12 / 19 mm
  • Davon nur Klinge: 85 mm
  • Gewicht: 120 g
  • Klingenmaterial: Gehärteter AISI 440A Stahl – HRC 56/58
  • Oberfläche: satiniert
  • Griff: Orange eloxiertes 6082 T6 Aluminium
  • Klingeklemmung: Liner-Lock aus gehärtetem AISI 420 Stahl
  • Gürtelclip: Gehärteter AISI 420 Stahl
  • Halter für Bits: AISI 303/304

Beschreibung

Das ARA-XL wird mit einer – für den Kajaksport sinnfreie – Gürteltasche geliefert.


Die Schneide ist halb mit Glatt, halb mit Wellenschliff ausgestattet. Die Griffschalen sind aus gefrästen und exoliertem Alu gefertigt. Auf der Rückseite befindet sich ein Gürtelclip, den ich aber zugunsten eines flacheren Messers entfernt habe.


Der Haken im Griff ist der Gurtschneider, der auch beim zugeklappten Messer einsatzfähig ist. Der Vorteil beim Kajakfahren: Man hat nicht in brenzligen Situationen eine Klinge in der Hand (siehe unten).


Von oben kann man sehen, wie schön flach das Messer ist.


Verstauen

Wir haben unsere Messer in der Pfeifen / Messertasche der Schwimmweste verstaut. Natürlich kann man das Messer auch mit der Spange anstecken.


Aufgrund des flachen Designs des ARA-XL stört es weder in der Tasche noch im angesteckten Zustand. Beim Anstecken kann man die Klinge arretieren, so dass diese nicht versehendlich ausgeklappt wird.

Testparcous

Technik

Salzwasserfest (nach Doku / nach Test)

Interessanterweise wird in der Kurzbeschreibung weder bei Prijon noch bei Antonini keinerlei Angaben über die (Salz-) Wasserfestigkeit deren Messer gemacht. Ist auch nicht verwunderlich, denn selbst rostfreier Stahl rostet bei schlechter Pflege. Es ist nur halt komisch, wenn man ein recht teures Messer für’s Wasser kaufen möchte, aber noch nicht einmal draufsteht, dass es für’s Wasser taugt. In der Anleitung selbst wird schon detailiert auf die Pflege eingegangen. Auch, dass man das Messer nur für den Rettungseinsatz nehmen sollte und nicht für etwas anderes verwenden sollte.

Bei mir ist das Messer am Ende der Saison leicht angefangen zu rosten. Meine Schwimmweste ist mehrfach pladdernass geworden, darunter auch ein paar mal im Salzwasser. Nach einer Reinigung mit WD-40 ist aber wieder alles entfernt.

Sauberes Einrasten der Klinenarretierung

Das Öffnen vom ARA-XL geht mit einer Hand seidenweich von statten, das Liner-Lock rastet sauber ein. So soll es sein!



Linkshänder können das Messer ebenfalls sehr einfach öffnen, das Schließen geht mit der linken Hand nicht so gut, hier sollte man beide Hände verwenden.

Die Feder des Liner-Lock ist aus Edelstahl. Die seitliche Riffelung unterstützt gut die Öffnung des Messers. Das Liner-Lock rastet sauber ein und kann auch ohne großen Kraftaufwand gelöst werden.


Finisch (Verletzungsgefahr)

Der Alugriff ist mit einer runden Fase versehen, das eloxierte Gehäuse fühlt sich warm und wertig an.

Allerdings ist die Kante der Klinge nicht gebrochen, diese ist doch recht scharfkantig und müsste nachgearbeitet werden. Dies finde ich für ein Messer dieser Preisklasse nicht so schön.

Haptik:

Leichte Bedienbarkeit

Diese ist auf jeden Fall gegeben, siehe oben. Die Klinge läuft seidenweich zwischen zwei Kunststoffplatten (PTFE?), der Knopf für die Einhandbedienung kann man sehr gut erfühlen, man rutscht auch nicht ab.

Bedienung mit Handschuhen

Diese ist mit Neoprenhandschuhen ebenfalls gegenben.

„blinde“ Bedienung.

Klappt auch recht gut, da der Griff asymetisch geformt ist. Weiterhin sind an Griffende rillen zum leichten ziehen des Messers aus Taschen eingebracht, daher kann man schon sehr gut die Position erfühlen.

Aufgabe 1: Spritzdecke zerschneiden.

Mit einem senkrechten Stich kann man mit dem ARA-XL nicht in die Sprtzdecke eindringen. Das ist auch gut so, wenn hierdruch ist auch sichergestellt, dass man sich nicht selbst verletzten kann.


Statt dessen muss man horizontal die Spritzdecke zerschneiden.


Und das klappt sehr gut, wie man sehen kann.


Aufgabe 2: Leinen kappen.

Eigentlich ist im Rettungsmesser nur ein Gurtschneider eingebaut. Allerdings trifft man im meinen Kajak zumindest keinen Sicherheitsgurt an, dünnere Leinen können aber gut mit dem Gurtscheinder gekappt werden, wie bspw. Halteleinen für Nasenklammern und Gummiseile..


Dickere Seile passen nicht mehr in den Gurtschneider hinein …


… können aber mit dem Seilschneider geschnitten werden. Hierzu wird das Messer ein bisschen aufgeklappt, das Seil in die Vertiefung am Griff eingelegt und dann mit der Faust zugedrückt. Das Funktioniert auch gut mit 12mm starken Rettungsseilen.


Natürlich funktioniert auch gerade mit dem Wellenschliff das „normale“ Zerschneiden von Seilen. Dies wird auch durch die gebogenen Klinge unterstützt.