bimobil VL350 Review

Ich wollte „schon immer mal“ eine Review von meinem bimobil VL350 Wohnmobil schreiben.


Grund hierfür waren zwei Gründe, die mit dem alten bimobil husky 240 zusammenhingen:

  • Es war einfach zu klein für zwei Personen und zwei Hunde.
  • Der Umbau des Zwischenrahmens vom Vor-Vorbesitzer war lebensgefährlich.

Im Herbst 2004 waren wir dann auf der Caravan und hatten bei fast allen Ständen folgendes Sprüchlein runtergerasselt:

  • Unter 3,5t zul. Gesamtgewicht
  • Unter 6m länge
  • Separate Dusche
  • Kompromisslos Wintertauglich
  • 750kg ungebremst (Motorräder) / 2to gebremst (2 Pferde) Anhängelast

Überall gab’s Kopfschütteln, bis auf ein Frankia und … mal wieder … zahlreiche bimobile. Eigentlich hatte ich mich schon damit abgefunden, irgendwie mir ein bimobil LB365 finanzieren zu müssen (bei knapp 90.000 EUR schon ein Wort) als mir dann der Verläufer das Werbeblatt vom VL350 unter die Nase. Außerdem war ja 14 Tage später das bimobiltreffen. Also: Zwei Tage eher runter gefahren, bei bimobil das VL350 angeguckt, gleichzeitig haben die die Husky-Kabine inspeziert und dann sind wir uns schnell Handelseinig geworden.

Warum? Hier eine kleine Rundreise durch’s Wohnmobil:


Das ist also die Sicht nach hinten, wenn man das bimobil betritt. Hinten die Hecksitzgruppe (mit Marc-Spezialkissen zum Lümmeln *gg*), das dunkle unter’m Tisch ist die Kuscheldecke von Yankee (ist ja „seine“ rollende Hundehütte), links davor der Küchenblock und als Raumteiler das bei bimobil obligatorische Gewürzregal *). Rechts davon ist die Naßzelle. Man sieht die gigantischen Staumöglichkeiten: Ringsum sind an der Decke Staukästen befestigt, über der Küche sind die besonders groß. Die linke Sitzbank kann komplett genutzt werden, in der rechten ist die Heizung untergebracht, allerdings passt da immer noch mein Cobb-Grill rein. Unter der Decke sieht man noch den eingeklappten Fernseher.



In der Hecksitzgruppe kann man bequem mit 4 Personen sitzen (wir haben’s aber schon mit noch mehr geschafft ). Der Durchgang zur Fahrerkabine ist aufgrund des isolierten Alkovens recht klein, die lichte Höhe des Alkoven selbst ist auch recht gering, dass ist das einzige Manko am WoMo. Ich hatte über den Alkoven mit Herrn von Liebe einmal gesprochen. Er meinte, dass er das VL350 als superkleines, schnelle, spritsparendes Wohnmobil geplant hatte – und das ist ihm vollends gelungen. Zu den daraus resultierenden Leistungen später mehr. Damit der Alkoven trotzdem gut durchlüftet wird, gibt es links und rechts Fenster. So kann man auch wahlweise mit dem Kopf nach links und rechts schlafen (wichtig, wenn das Wohnmobil schräg steht). Das Bett im Alkonen misst 200x140cm, die Matratze ist 5cm wegen der eingebauten Heizungsrohre kürzer. Die Heizung sorgt allerdings für mollig warme Füße.


Ich habe mir ein Froli Bettsystem incl. der passenden Matratze gegönnt. Das ist supergenial, man hat einem Konfort, der dem in einem heimischen Bett nichts nachsteht.


In der Küche gibt’s ein kleines Gimmick:


Die Wasserversorgung von Wohnmobilen wird erst in diesem Jahr mit Trinkwasser geeigneten Installationstechniken ausgestattet. Vorher wurden Spiralrohre verlegt, die nicht zu reinigen sind. Weiterhin kommt es natürlich vor, dass die Anlage über den Winter nicht so oft genutzt wird. Also verzichten die allermeisten Wohnmobilnutzer auf Trinkwasser aus dem Wasserhahn und kaufen sich stilles Wasser. Das ging mit persönlich auf den Zeiger. Statt dessen habe ich eine Filterpatrone von Katadyn eingebaut, durch die ich in der Küche mit einem eigenen Wasserhahn sauberes, gefiltertes Wasser abzapfen kann.


In einem Schrank sind viele Elektrogeräte eingabaut. Links die automatische Satelitenanlage, oben der DVD Player. Hinten ist der Batteriecomputer eingebaut, der fortlaufend die Kapazität der Aufbaubatterie berechnet. Er zeigt auch an, wieviel die Solarpanele auf dem Dach die Batterie laden. Normalerweise steht hier eine kleine Box mit Elektrogekröse, wo auch die Ladegeräte für Notebook und Handy liegen. Aus diesem Grund sind auch rechts die 12V Steckdosen angebracht. Also einfach Ladegerät einstöpseln, Hand dranbaumeln, in den Korb legen – praktisch.


Das Kontrollpanel, mit dem man sich alles mögliche anzeigen lassen kann.


Den Kleiderschrank hatte ich mir von bimobil mit Böden ausbauen lassen, die jetzt die Höhe von Curver Uniboxen haben. Also: Zuhause Uniboxen packen, zwei Türme stapeln (sind ja Stapelboxen), runtertragen, in die Schränke schieben, losfahren. So kann ich ein Wohnmobil in 10 Minuten für einen 14 tägigen Urlaub beladen.


Ein Schmuckstück ist die Naßzelle: Es hat eine separate Dusche. Das ist derart praktisch, dasss wir nie mehr ein Wohnmobil ohne eine separate Dusche mir anschaffen würden.


Zum einen ist das natürlich super Praktisch beim Duschen selbst: Man braucht nix umbauen, der olle Plastikvorhang bleibt einem nicht überall kleben (dank Segmenttür).


Der Vorteil wird im Herbst / Winter klar: In der Dusche ist eine Stange für Klamotten eingebaut. Unten ist ein Heißluftausströmer eingebaut, damit man einen Trockenschrank hat: Heizung einschalten, auf 30°C stellen, Ablufthaube der Dusche leicht auf, tropfnasse Klamotten in die Dusche stellen. Nach 1-2 Stunden ist alles wunderbar trocken.

In McPom beim Endurofahren sind wir alle durch einen Regenschauer gefahren. Ich war der Einzige mit trockenen Klamotten …

In der Naßzelle selbst gibt es noch zahlreiche Staumöglichkeiten.

Draußen habe ich (natürlich) noch eine Markiese und – praktisch – eine LED-Tür / Markiesenbeleuchtung mit Bewegungsmelder.

So, nun zu den technischen Details.

Größe: Das Wohnmobil ist trotz des riesigen Platzangebotes, der ebenen Fläche in der Kabine und des Aufbau auf einen Standard-T4 lang außerordendlich klein:

  • Länge: 5,95m
  • Breite: 2,13m
  • Höhe: 2,83m

Vergleicht man diese Maße mit anderen Wohnmobilen, ist das ein unglaublicher Winzling. Genau das macht dieses Wohnmobil zu einem ständigen Begleiter: Ich habe kaum Probleme, wenn ich zum Supermarkt fahre oder einen Parkplatz gebrauche. Die länge von unter 6m macht auch günstige Tarife auf Fähren und Mautstraßen möglich: In Skandinavien bezahlt man gern die 3 bis 5-fachen Kosten.

Gewicht: Mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,3to gelten viele in der EU gültigen Geschwindigkeitsbegrenzungen und überholverbote nicht. Auch die Maut in Österreich und in der Schweiz bezieht sich auf ein Gewicht von größer als 3,5to. Viele Wohnmobile versuche mit aller Gewalt, die 3,5to Grenze zu unterschreiten, z.T. mit Haarsträubenen Konsequenzen in der Zuladung, da diese oft nur noch 150kg beträgt. Das VL350 ist davon nicht betroffen: Als 2,8 Tonner geplant, kann ich bei einem Leergewicht (incl. Gas und Wasser) von 2,69to kann ich noch 610kg zuladen. Das dürfte für einen ziemlich großen Urlaub reichen.

Die Anhängelast ist auch überaus ausreichend: 750kg ungebremst und 1,8to gebremst. Damit schaffe ich einen Motorradanhänger mit 3 Enduros oder einen Pferdeanhänger mit 2 Pferden wegzuziehen.

Der Motor ist mit seinen 2,5l Hubraum und 104 PS nicht gerade übermotorisiert, es reicht aber für Höchstgeschwindigkeiten von bei 140km/h. Normalerweise fahre ich bei 110-120km/h auf der Autobahn, seltsamerweise verbraucht er dann weniger als wenn ich bei 100km/h fahre. Mit Anhänger Berg hoch rächt sich natürlich die geringe Leistung der Maschine, dafür klappt’s im Alltag gut. Und bei Laufleistungen von mehr als 500.000km ist der Motor wohl auch gut haltbar.

Zum Thema Isolierung: Die Kabine ist mit einem Doppelboden ausgestattet, der durch die Trumaheizung gewärmt wird. Im Doppelboden sind alle Tanks (Frisch+ Abwasser), Rohrleitungen, Absperrhähne eingebaut. Das VL 350 ist – ebensol wie alle anderen bimobile – zu 100% wintertauglich. Die Kabinenwand besteht aus 0,7mm Alublech, dann 45mm Styrofoam, dann 3mm Pappelholzsperrholz. Der Boden wird zwischen einen 50mm hohen Alu-Gitterrahmen aufgebaut: Eine 1mm starke GFK-Schicht schützt die Unterseite vor Steinschlägen, dann folgt 50mm Styrofoam Isolierung mit dem Rahmen, danach 10mm Sperrholz, danach kommt der Bodenbelag. Die Wände sind selbsttragend verbunden.

Die Holzarbeiten sind von hervorragender Qualität. Die konsequente Verweigerung von bimobil, Kunststoffbaukästen zu nehmen hat zwar seinen Preis, aber auch gleich mehrere Vorteile: Jedes bimobil kann individuell angepasst werden und es kann alles repariert werden. Allerdings kommt das eher selten vor. Auf den bimobiltreffen habe ich mal rumgefragt: Ich habe noch keinen bimobilfahrer gefunden, bei dem bspw. die Schaniere, Aufsteller usw. abgebrochen waren.

Achja: Die Huskykabine war 22 Jahre alt, mein VL350 ist jetzt gerade 12 Jahre alt geworden.