G11 im Haus daheim (UWG)

Weil ich ja demnächst vorhabe, mit einem Faltboot auf Tour zu gehen, muss ich natürlich meine G11 adäquat verpacken: Sprich, dicht musse sein!

Die wasserdichten Outdoorkameras haben fast alle eine Schwachstelle: Das Objektiv. Wenn man ein Zoom haben möchte, darf das Objektiv sich nicht bewegen, da dies immer Probleme bei der Abdichtung mit sich bringt, da die Objektive ihre Länge verändern. Outdoorkameras lösen das Problem durch ein Periskopobjektiv. Hierbei wird das Objektiv senkrecht gestellt und schaut über einen Spiegel nach vorn raus. Der Vorteil: Aus der Kamera fährt nichts mehr herraus, alles kann abgedichtet werden. Der Nachteil: Der zusätzliche Spiegel im Strahlengang schluckt Licht, und verschlechtert oftmals die Bildqualität. Weiterhin können nur kleine Objektive verbaut werden, was zu einer reduktion des Lichtwertes de Objektivs führt. Dann kommen kleine Sensoren zum Einsatz, natürlich trotzdem mit hoher Megapixelanzahl, was in der Summe der Einschränkungen zu einer vergleichsweise schlechten Bildqualität führt.

Sprich: Man gibt viel Geld für eine Kamera aus, die an die Abbildungsleistung halb so teurer Kameras nicht heran reicht.

Vertreter dieser Klasse sind bspw. folgende Kameras:

  • Panasonic Lumix Tough DMC-FT3EG
    (12 Megapixel, 4,6-fach opt. Zoom, 2,7″ Display, GPS, Full HD, bildstabilisiert, 12 m wasserdicht, 2 m stoßgeschützt)
  • Olympus Mju-TOUGH-8010
    (14 Megapixel, 5-fach Zoom, 2,7″ Display, 10m wasserdicht, 2m stoßfest)
  • Pentax Optio WS80
    (10 Megapixel, 5-fach opt. Zoom, 2,7″ Display, 1,5m wasserdicht, staubdicht)
  • Canon PowerShot D10
    (12 Megapixel, 3-fach opt. Zoom, 2,5″ Display, 10m wasserdicht)

Wobei die Panasonic recht Klasse sein soll, mit einem Preis von 350-390 EUR allerdings auch ein Alleinstellungsmerkmal aufweist.
Die Canon D10 ist übrigends die einzige Outdoor-Kompaktkamera ohne Periskopobjektiv, allerdings ist das klobige Design auch ein Alleinstellungsmerkmal.

Wenn ich mir dann vorstelle, ein paar schöne Aufnahmen im Spreewald zu machen, sehe ich mich schon gar nicht zu fotografieren, weil die Aufnahmen bei mir durch die Qualitätskontrolle fallen …

„Was tun?“ spricht Zeus in Schillers „Die Teilung der Erde“

Natürlich könnte ich meine E1 nehmen. Spritzwassergeschützt ist die auch. Allerdings ist die mir zu schade und zu sperrig. Die G11 könnte ich natürlich in einem Beutel sperren (bspw. DiCAPac WP-570) allerdings hege ich starke Zweifel, ob man damit gut Ergebnisse erzielt, wenn man durch ein Frontglas fotografiert, was nie im rechten Winkel zum Objektiv steht.

Also blieb nur das G11 UWG.
(Hat nur eine Bekannte erraten: Canon G11 Unterwassergehäuse WP DC34).

Als ich das UWG aus der Verpackung holte, kam der Schock: Wie riesengroß ist denn das Teil? Aber: Frohen mutes die G11 reingepackt:

Die G11 fühlte sich im Gehäuse wohl, das konnte man gut erkennen. So schön sicher und geschützt war sie noch nie untergebracht:

Anfangs hatte ich mir Gedanken gemacht, ob man aus Versehen wohl das Gehäuse auch unter Wasser aufmachen kann, als ich mir den Öffnungsmechanismus ansah, war klar, dass das nicht passieren kann.

Man muss wirklich mutwillig den gelben Sicherheitsschieber nach oben drücken und gleichzeitig die Entriegelung nach vorn ziehen.

Von Oben machen die Bedienelemente einen guten Eindruck: Alles groß und massiv, dass kann man auch mit Handschuhen bedienen.

Ungewöhlich der gigantische Zoom-Hebel (der Krumme). Die anderen Drehräder und Hebel funktionieren wie gewohnt, man muss sich nicht einschränken.

Von hinten ist auch alles gut erreichbar. Nur das Daumen-Drehrad ist nicht funktionsfähig.

Bei dem aufgeklappten Gehäuse kann man noch eine Funktion gut erkennen: Das Display erhält durch den umlaufenden Gummirahmen noch einen Schirm.

Interessant ist die Gummiabschirmung des Objektives. Ich denke, dass damit Spiegelungen vermieden werden sollen, die sich durch seitlich einfallendes Lich ergeben könnten.

Mal ein Größenvergleich: G11 nackt und dann das UWG. Ich habe allerdings nur eine Kamera, daher ist das Gehäuse leer 😉 .

Anderer Größenvergleich mit einer spritzwassergeschützten DSLR:

Nahe dran. Allerdings schwimmt die E-1 nicht (zumindest glaube ich das, getestet wurde das von mir natürlich nicht 😉 ).

PLATSCH in die Wanne!

Und sie schwimmt! Klasse! Die Ente gehört nicht zum UWG …

Nochmal die G11 sicher im UWG von der Seite.

Und mit Ente.

Eigentlich sollte sowas nicht passieren. Trotzdem Wasserlinie perfekt getroffen.

Also:
Oben ist über der Wasserlinie,
unten ist drunter 😉

Zwei nette Fotos komplett von unten nach oben fotografiert. Natürlich mit Blitz.

Apropos Blitz: Dafür ist dieses Weiße Plastikteil da. Und tatsächlich: Das Licht wird schön gleichmäßig diffus gestreut. Eigentlich besser als mit dem eingebauten Blitz.

Der Naseweis. Überwasser.

Optischer Raubzug.

Auch alles im UWG.

Fazit:

Naja.

Ich denke, dass Fotos keinerlei oder nur ganz geringe Qualitätseinbußen haben werden, dafür hat man eine sicher verpackte Kamera.

Das Ganze erkauft man sich mit einem – für eine Digitalkamera – gigantischen Gehäuse.

Ein Vorteil hat die Kamera: Sie schwimmt.
Und die nichtschwimm-Garantie hat man bei jeder anderen Kompaktkamera.

Was mich stört, ist die etwas schlechte Griffigkeit des Gehäuses … da fühlt man sich nicht so sicher.

Ich denke, dass ich das mal beim Kajakfahren testen werde, Bericht folgt!