Grundlagen der Fotografie

Vorgeplänkel

Quelle

Ich habe diesen Artikel für mein Windhundeforum geschrieben.

Ziel

Das Ziel des Fotografen ist es, ein scharfes und korrekt belichtetes Foto zu erschaffen, was eine interessante Komposition aufweist.

Kunst

Sicherlich werden jetzt wieder die ersten Finger hochgerissen, die da sagen „aaaaber“. Richtig: Manchmal ist es vom Fotografen gewollt, dass ein Foto unscharf oder unterbelichtet ist, dass es schief ausgerichtet oder eine unübliche perspektive aufzeigt. Das fällt in den Bereich der künstlerischen Freiheit und soll hier nicht diskutiert werden. In diesem Beitrag soll es um die technisch korrekte Umsetzung gehen, das Handwerk sozusagen.

Über mich

Sicherlich habe ich nicht die nötige Erfahrung um ein ganzes Buch zu füllen. Ich habe aber auch feststellen müssen, dass es viele gibt, die nicht den Zusammenhang zwischen Verschlusszeit und Blende kennen und warum ich bestimmte Kameratypen vorziehe (und regelmäßig dafür einen auf den Däsel bekomme). Ich selbst habe früher mit komplett mechanischen Kameras ohne Belichtungsmesser fotografiert. Ernsthaft habe ich dann 1984 mit der Anschaffung meiner ersten Spiegelreflex (Canon A1) dem Hobby Fotografie gefröhnt, 1986 habe ich dann die Canon F1N gehabt und bis zu meinem Studium Ende 1991 sind dann von mir monatlich etwa 10-15 Filme belichtet worden, hauptsächlich Tri-X-Pan, T-Max (SW-Negativ) und Kodachrome 25 / 64 (Farb-Dia). Die SW-Film habe ich im eigenen Labor verarbeitet, von einigen Kodachromes habe ich Cibachrome Farbvergrößerungen erstellt. In dieser Zeit musste ich mich zwangsläufig mit den Zusammenhängen in der Fotografie auseinander setzten, meine „große“ F1N war zwar mit einem Automatiksucher (Zeitautomatik) und Motor (Blendenautomatik) ausgestattet, ich habe aber fast ausschliesslich mit der Nachführmessung komplett manuell die Kamera eingestellt. Leider sind moderne Kameras oft nicht mehr in der Lage, die vier grundlegenden Einstellmöglichkeiten als eigenständige Bedienelemente dem Fotografen anzubieten, oftmals ist es überhaupt nicht mehr möglich, die einzustellen. Dies Phänomen (das es eben nicht mehr einzelne Bedienelemente für Verschlusszeit, Blende, Focus gibt) ist auch bei den digitalen Consumer-Spiegelreflexkameras zu beobachten. Man stellt bei „normalen“ Kameras einfach einen großen Drehring auf das gewünschte Program ein, drückt auf den Auslöser und hofft, dass die Kamera das umsetzt, was einem Vorschwebt. Dabei geht dem Fotografen das Gefühl für die Zusammenhänge der Fotografie verlohren und oft kommt dann die Frage nach Sachverhalten, die dem „alten“ Fotografen völlig klar sind. Aus diesem Grund habe ich auch die Beispielfotos wie man eine Kamera einstellt, mit meiner alten Canon F1N mit dem FD 1:1,4/50mm erstellt:

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Dies ist auch mein Anliegen in diesem kurzen Abriss: Das Verständnis für die Technik in der Kamera aufzuzeigen und dem Interessierten damit die Möglichkeit zu geben, gestalterisch einzugreifen.

Woran kann ich bei meiner Kamera drehen?

Welche elementaren Einstellmöglichkeiten bietet mir eine Kamera und was beeinflusse ich damit?

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Ich habe also vier grundlegende Möglichkeiten, die Bildgeschaltung zu beeinflussen:

Fokus (Schrärfepunkt)

Klar, Scharfstellen muss man schon. Mittlerweile wird das ja (meist (korrekt 😉 )) von der Kamera gemacht, nichtsdestotrotz ist der Bereich der Schärfe ein wichtigstes Gestaltungsmittel.

Blende, Verschlusszeit, Lichtwert und Empfindlichkeit

Die Rädchen von Blende und Verschlusszeit sind bei den meisten modernen Kameras unter Menues und / oder Drehrädchen verschwunden. Daher wieder die gute, alte F1N:

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(Blende und Verschlusszeit) Die Blende ist wie der Focus (und auch die Brennweite) ein Element des Objektivs (und nicht der Kamera, wie man glauben mag!). Mit der Blende wird die Ausdehung des in die Kamera einfallenden Strahlenbündels begrenzt. Es ist also so, dass das meiste Licht bei kleinester Zahl durchgelassen wird. Diese Zahl ist auch die Lichtstärke des Objektives. Wenn man z.B. ein 1:2,8 200mm besitzt, ist die kleinste Blendenzahl die 2,8 die dann das meiste Licht in die Kamera läßt.

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(Objektiv bei Blende 2,0)

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(Objektiv bei Blende 5,6) Wenn man genau hinsieht, kann man auch die Blendenlamellen erkennen, die ein möglichst rundes Bild erzeugen sollen. Bei ganz preiswerten Kameras gibt es „Schnappblenden“ die nur noch aus zwei Lamellen bestehen, die auch nur wenige Positionen einnehmen können, bei teuren Mittelformatkameras gibt es auch schon einmal 16 und mehr Lamellen. Etwas verwirrend ist – neben den logarithmischen Blendenzahlen – auch die Tatsache, dass ein kleiner Wert mehr Licht durch das Objektiv läßt als ein großer Wert. Zu verstehen ist das so, dass ein ideales Objektiv das Licht nicht behindert, es würde also mit 1:1 durch das Objektiv gehen. Wenn ich die Blende schliesse (man nennt das auch „Abblenden“), also kleinere Zahlen eingebe, verschlechtere ich diesen Wert, es kommt also nur noch ein Teil des Lichtes an. Grundsätzlich möchte man ja ein Bild nachher erhalten, was korrekt belichtet ist. Um diesen Zusammenhang besser verstehen zu können, erkläre ich zunächst den Lichtwert, den jeder externe Handbelichtungsmesser ausgibt. Dieser misst die Lichtmenge (den Lichtwert) zur Empfindlichkeit ISO 100/21° (ich wähle einmal hier die Kurzform ISO 100 statt ISO 100/21°).

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(Tabelle der Lichtwerte) Wenn bspw. der Belichtungsmesser den Lichtwert 12 herausgegeben hat, kann man aus der obigen Tabelle Paare von Verschlusszeit und Blende ablesen, bspw. f2-1/1000s, f2,8-1/500s, f4-1/250s, f5,6-1/125s, f8-1/60s (die Blende wird hier mit „f“ abgekürzt). Mit der Verschlusszeit kann man dann die Dauer bestimmen, die das Licht auf den Sensor (oder früher Film) scheinen soll. Hier ist die Auswirkung einfacher zu verstehen: Je länger die Verschlusszeit ist, umso größer ist die Lichtmenge. Aber Vorsicht: Eine zweihundertfünfzigstel Sekunde beleichtet doppelt solange wie eine fünfhundertstel Sekunde, da die Zahlen Bruchteile einer Sekunde sind und somit bei größerer Zahl kürzer werden:

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Zusammen bestimmen Blende und Verschlusszeit die Menge des einfallenden Lichtes. Sie bilden immer Paare des Lichtwertes, der zu einer korrekten Belichtung führt. Wenn man also bei Lichtwert 12 die Blende von 4 auf 5,6 schliesst (kleinere Lichtmenge), muss man die Verschlusszeit von 1/250 auf 1/125 verdoppeln (größere Lichtmenge). Den Lichtwert selber kann man durch das Einstellen der Empfindlichkeit beeinflussen. Das o.g. Beispiel ging von einem Lichtwert 12 bei ISO 100 aus. Wenn mit der Blende von 8 gearbeitet werden soll, muss man die 1/125 wählen. In manchen Situationen ist die Belichtungszeit aber zu lang (Sport / Hundeaufnahmen). Wenn (meist) geringe Qualitätseinbußen in Kauf genommen werden, kann ich die Empfindlichkeit um zwei Stufen von ISO 100 über ISO 200 auf ISO 400 erhöhen. Somit gebraucht man einen um 2 Stufen geringeren Lichtwert, kann also mit einer 1/500tel Sekunde Belichten.

Brennweite (Zoom)

Wenn ich das Wort „ranholen“ in Bezug auf den „Zoom“ dann überkommt mich … Ungehaltenheit … Wieso? Ich zumindest konnte für mich noch nicht feststellen, dass ich beim „zoomen“ irgendwo näher an irgendwas stehe (das klappt bestenfalls im Film). Tatsächlich hat sich der Bildausschnitt geändert, nicht aber mein Standpunkt. Und genau dass macht ein Zoom: Es verändert durch eine Veränderung der Brennweite den Bildausschnitt. Man kann das auch durch die Wahl von verschiedenen Objektiven erreichen.

 

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Aaaber: Durch die Wahl der Brennweite und des Standpunktes gestaltet man z.T. sehr stark das Bild. Beispielsweise verzeichnen extreme Weitwinkelobjektive z.T. sehr stark (Fisheye-Objektive). Eine Brennweite von etwa 50mm KB (KB = Kleinbild) entspricht ungefähr dem Blickwinkel des menschlichen Auges und wird als „neutral“ angesehen. Während Landschaftsaufnahmen mit Weitwinkeln noch interessant aussehen, trifft dies i.d.R. nicht auf Portraits zu.

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(Meine F1N mit einem 28mm Weitwinkelobjektiv fotografiert)

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(jetzt mit einem 200mm Teleobjektiv fotografiert)

Ich glaube, dass jetzt der Unterschied klarer wurde. Also: Nix ranholen. Will man ein Objekt fotografieren (wie ich vorhin die Kamera), muss man tatsächlich mit einem Weitwinkelobjektiv näher an’s Objekt, da der Blickwinkel ja größer wird. Oder beim Tele weiter weg, weil man ja nur einen kleinen Ausschnitt des Weitwinkelobjektives fotografiert. Nix ranholen, Teil II.

Wie beeinflussen sich die obigen Einstellungen denn?

Hierzu beleuchte ich die Einflüsse der Einstellungen auf das eigentliche Bild. Und auch hier gibt es vier grundlegende Kriterien:

Schärfentiefe

Die Schärfentiefe ist der Bereich, in dem ein Foto „scharf“ ist. Normalerweise stellt man ein Objekt auf den Punkt scharf. Das klappt recht gut bei „flachen“ Objekten wie einem Haus oder Bergen in vielen Kilometern Entfernung. Oft ist dieser Bereich jedoch zu gering (bspw. beim Hunderennen, wo der erste Hund noch schön scharf ist, der zweite jedoch schon nicht mehr) oder wenn ein Auto schräg fotografiert werden soll.

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Auf dem obigen Foto erkennt man recht gut die Schärfenebene, das ist der mittere Bereich.

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Bei alten Objektiven wie hier ein Canon FD 1:1,4 50mm an einer Canon F1New gibt es eine Skala, auf der man die Schärfentiefe ablesen kann. Ich habe bspw. die Blende 8 eingestellt und 3m eingestellt. Daraus resultiert ein Schärfenbereich von 2,5m bis 4m.

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Jede gute DSLR sollte eine Abblendtaste haben, bei der man die Blende auf den eingestellten Wert schliessen kann. Jetzt kann man durch das Okular den Schärfenbereich sehen, wie er nachher auf dem Bild sichtbar ist. Zum Begriff [u]Schärfentiefe und Tiefenschärfe[/u]. Da es in diesem Artikel ausschliesslich um ein korrekt belichtetes Bild geht, geht es hier um die messtechnisch definierte Schräfentiefe und nicht um das fotografische Gestaltungsmittel der Tiefenschärfe. Wenn ich bewusst einen bestimmten Bereich eines Bildes scharf halten möchte, ist das eine gut gewählte Tiefenschärfe, die durch die optisch eingestellte Schärfentiefe resultiert.

Belichtung

Im Grunde ist im Abschnitt Blende, Verschlusszeit, Lichtwert und Empfindlichkeit schon das meiste über die korrekte Belichtung geschrieben worden.

Was hier noch hinzukommt, ist die Art- und Weise, wie eine Kamera die Lichtmenge misst. Prinzipiell gibt es folgende Messverfahren:

  • Die mittenbetonte Integralmessung ist die „alte“ Belichtungsmessung. Hierbei wird das ganze Sucherbild gemessen, Vorzugsweise aber die Mitte, da sich da meist das Bildgeschehen abspielt.
  • Aus der mittenbetonten Integralmessung hat sich bei den modernen Kameras eine Matrixmessung abgeleitet (sie wird bei vielen Kameras gänzlich anders genannt). Die Matrixmessung beurteilt verschiedenen Messflecken auf dem Sucher zueinander und kann bspw. erkennen, ob eine Person vor einem viel zu hellem Hintergrund steht.
  • Die Spotmessung verwendet nur einen recht kleinen Bereich in der Mitte des Suchers zur Beurteilung der Lichtverhältnisse. Hierdurch kann bspw. der Lichtwertumfang (s.u.) oder auch ein Gesicht vor einem hellen oder dunkelem Hintergrund sehr gut ausgemessen werden. Die Spotmessung kann für bestimmte Situationen ein Segen sein, für viele andere aber ein Fluch. Daher ist hier Vorsicht geboten.
  • Die Teilselektivmessung ist im Grunde eine Spotmessung, bei der ein größerer Messbereich gewählt wird.

Die beiden ersten Messmethodiken sind für sehr viele Situationen geeignet, gerade mit der Matrixmessung kann man recht gute Ergebnisse erziehlen. Die Problematik ist allerdings, dass man nicht erkennen kann, wie die Kamera gemessen hat, man muss der Kamera blind vertrauen. Genau hier greifen die letzteren Methodiken ein. Gerade mit der Spotmessung kann man sehr genau die richtige Belichtung bestimmen, allerdings ist sie so kritisch, dass man bei unachsamer Messung auch sehr schnell sehr schlechte Ergebnisse bekommt.

Was auch viele nicht wissen: Alle Belichtungsmesser sind auf „die“ Graukarte mit 18% (exakt 17,7) geeicht. Dies ist für viele Motive richtig, aber nicht für alle. Ein schönes Beispiel liefert mein Yankee: Wenn ich ein Portrait von ihm mit Spotmessung mache, ist es stehts überbelichtet, weil die Kamera seinen dunklen Kopf so belichten möchte, dass er zu einem 18%igen Grau wird. Man kann dem auf zwei Arten begegnen: Entweder ich halte eine Graukarte vor seinem Kopf, wozu a) meine Armlänge allerdings nicht ausreicht und ich b) sowieso keine dabei habe, oder ich führe mit einem Belichtungsmesser eine 180° Lichtmessung gegen die Kamera durch (mit Kalotte!) oder ich halte die Kamera einfach auf den Hintergrund und messe da (meine Methode). Alternativ kann man natürlich eine Belichtungsreihe machen („BKT“ – Funktion) oder eine andere Messmethodik wählen.

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(Spotmessung auf Yankee’s Kopf)

An diesem Beispiel sieht man noch ein weiteres Problem: Der Kontrastumfang. Hierbei ist die Fähigkeit gemeint, zwischen den Lichtern (weiss) und tiefen Schatten (schwarz) möglichst viele Graustufen anzuzeigen. Bilder wirken damit „weicher“ und natürlicher. Frühere Digitalkameras konnten keinen großen Kontrastumfang darstellen, üblicherweise lösten die Sensoren mit 8 bit auf. Heutige Sensoren lösen mit 12 oder 14 Bit auf und können theoretisch statt 265 Stufen (8 Bit) 16384 Stufen (14 Bit) aufstellen. Da das übliche JPEG-Format aber nur 8 Bit benötigt, werden die restlichen Bits zur Ausgleichsmessung, Farbkorrektur usw. benutzt, was ein schöneres, lebendigeres Bild ergibt. Im obigen Bild liegt eine Überbelichtung von ca. 1-2 Lichtwerten vor. Hierdurch wurden sichtbar ein großer Teil des Kontrastumfangs unwiederruflich gelöscht, so dass man aus dieser Datenbasis kein optimales Bild herausrechnen kann. Aus diesem Grund ist es wichtig, möglichst exakt zu belichten. In diesem Zusammenhang sei noch einmal auf das RAW-Format hingewiesen. Hier werden die ursprünglichen Sensordaten von 12 bis 14 bit direkt ausgelesen und mit speziellen Programmen verarbeitet. Daher kann man viele Bilder (mit entsprechender Handarbeit) noch umfangreicher bearbeiten.

Bewegungsschärfe / Verwackelung

Jetzt haben wir schon unseren Lieblingshund schön scharf gestellt, mit der Abblendtaste auch tatsächlich die Schärfentiefe ausgelotet und trotzdem sind die ganzen Bilder unscharf. Woran liegts? Richtig: An der Bewegungsschärfe. Diese resultiert daraus, dass in der Zeit, in der der Verschluss geöffnet war, sich entweder die Kamera (mit anderen Worten: Keine ruhige Hand, Verwackelung) oder durch das Objekt selbst zu schnell bewegt hatte. Im Grunde kann man schon erkennen, wie man das steuern kann: Man muss die Zeit, in der der Verschluss geöffnet ist, verringern. Hierzu gibt es ein paar Faustformeln:

  • Unter einer 1/30tel Sekunde kann man mit einem Weitwinkel- oder Normalobjektiv kaum aus der Hand fotografieren.
  • Die längstmögliche Verschlusszeit (kleinster Wert, 250 ist ja eine 1/250tel Sekunde) ist der Kehrwert der Brennweite im KB-Format. Aaaaalso: 100mm bei meinem Olympus System mit dem Crop-Faktor 2 bedeutet 200mm im KB-Format und das würde also eine 1/250tel Sekunde voraussetzen.
  • Sportaufnahmen wie z.B. rennende Hunde und Pferde sollten mindestens mit einer 1/500tel Sekunde gemacht werden, besser ist mindestens 1/1000tel Sekunde.

 

Auch hierzu ein paar Anmerkungen:

  • Mit einem Stativ kann man auch mal den Verschluss eine Sekunde offen halten oder eine 1/50tel Sekunde bei 400mm Brennweite belichten.
    Allerdings:
    • Bei bewegten Objekten (Hund, Pferd, Moped) bringt das gar nix, weil sich ja das Objekt selbst bewegt.
    • Wenn man meint, man kann damit den Sternenhimmel fotografieren, wird auch enttäuscht: Die Erdrotation ist so groß, dass die Sterne schon bei ein paar Sekunden Belichtungszeit nicht mehr als Punkte sondern als schlieren abgebildet werden.
  • Bildstabilisatoren können zwar für statische Objekte (Brücken, Türme, Berge) eingesetzt werden, bringen aus den o.g. Gründen auch nichts bei bewegten Objekten.

Die ideale Kamera

Knöppken …

Welche Knöpfchen braucht man eigentlich? Da wir ja nun alle wissen, worüber wir schreiben kann ich einmal begründen, warum ich immer wieder wegen meine Kamerawahl kritisiert werde.

  • Ich gebrauche eigentlich nur einen einzigen Betriebsartenschalter. Dieser wirkt ausschliesslich auf die Verschlusszeiten und Blenden und sollte folgende Funktionen haben:
    • Mit der Programmautomatik stellt die Kamera selbstständig die (ihrer Meinung nach) richtigen Verschlusszeiten / Blendenkombinationen ein. Die Programmautomatik kann von den besseren (semi-) professionellen Kameras mit zwei Rädchen beeinflusst werden:
      • Mit dem Progammshift kann die Zeit- / Blendenkombinaition verschoben werden, also man kann aus einer 1/250s f8.0 über eine 1/500s f5,6 zu einer 1/1000 f4,0 schieben. Das ist sinnvoll, wenn man erkennt, dass das Bild sonst verwackeln würde oder die Schärfentiefe zu groß / zu klein werden würde.
      • Mit der Belichtungskorrektur kann geziehlt unter und / oder überbelichtet werden. Beispielsweise kann man einen dunklen Hund (wie Yankee) unterbelichten, da der Belichtungsmesser falsche Werte errechnen würde (s.o.), also aus einer 1/250s f8.0 eine 1/250s f5,6 machen.
    • Die Blendenautomatik steuert nach einer vorgegebenen Zeit die Blende automatisch an (eine damalige Canon-Domäne), d.h. ich wähle bspw. eine 1/500s vor und die Kamera stellt automatisch die Blende f5,6 ein. Dies ist gerade bei Sportaufnahmen sinnvoll, wenn ich die Mindestzeit vorgeben kann.
    • Bei der Zeitautomatik wird entsprechend die Blende vorgewählt und die Zeit automatisch angesteuert (die ehemalige Nikon-Domäne). Sinnvoll ist dies, wenn ich eine bestimmte Mindest- oder Maximalblende haben will. Allerdings kann ich auch damit Sportaufnahmen forcieren, in dem ich einfach die Blende einstelle, die dem Lichtstärke des Objektives entspricht (bei einem 1:2.8 70-200mm ist das dann die Blende f2,8). Jetzt wird in Abhängigkeit von der Empfindlichkeit die schnellst mögliche Verschusszeit eingestellt.
    • Natürlich darf nicht die Möglichkeit fehlen, die Belichtungssteuerung der Kamera komplett Manuell einzustellen. Aber bitte dann mit getrennten Rädchen für Bende und Verschlusszeit und einer Lichtwaage, damit man den Lichtwertumfang abschätzen kann. Eine Taste für Speicher oder eine gezielte Unter- / Überbelichtung brauche ich nicht, da ich ja alles manuell einstelle.
  • Aus den o.g. Gründen finde ich noch zwei Rädchen extrem wichtig, mit denen dann Verschlusszeit / Blende oder die gezielte Belichtung gesteuert wird.
  • Eine Abblendtaste um die Schärfentiefe der derzeitigen Blende Beurteilen zu können.
  • Die Möglichkeit, mit einem Knopf und Rad die ISO-Zahl so einzustellen, dass man die Kamera nicht runternehmen muss.

 

Sensor

Die Megapixel-Anzahl ist für die Qualität des Bildes zweitrangig. Für Vergrößerungen bis DIN A4 sind etwa 7 MPixel völlig ausreichend (DIN A3 braucht überigends weniger, weil man ein so großes Bild aus einem größeren Abstand betrachtet). Eine deatailierte Betrachtung würde hier den Rahmen sprengen. Eine einfaches Regelwerk aber trotzdem:

  • Je größer die Fläche eines [u]Pixels[/u] ist, umso mehr Photonen können eingefangen werden. Daraus kann man ableiten, dass:
    • Die Empfindlichkeit steigt (und so erst Einstellungen von ISO 3200 und mehr erst möglich sind.)
    • Das Rauschen abnimmt.
    • Aber auch: Dass die benötigte Lichtmenge zunimmt (größere Objektive), da ja mehr Photonen einfefangen werden müssen.
  • CCD Sensoren entsprechen von der Technik eher dem Vorbild der analogen Fotografie, d.h. dass Sie ein besseres Verhalten gegenüber den CMOS Sensoren haben. Dies zeichnet sie insbesondere bei langen Belichtungszeiten aus.
  • CMOS Sensoren haben noch eine Menge an Elektronik mit auf [u]jedem Pixel[/u] unter gebracht, daher ist die tatsächlich nutzbare Fläche kleiner als bei den CCD Sensoren. Dies wird bei den mini-Sensoren der mini-Kameras mit maxi-Auflösungen dramatisch, da der Teil, der von der Restelektronik benötigt wird, schon hohe Prozentsätze annimmt.
  • Da die digitale Wandlung bei CMOS Sensoren z.T. direkt auf dem Sensor erfolgt, ist dieser prinzipbedingt schneller als ein CCD-Sensor, der die Pixel einzelnd auslesen muss.
  • Durch die zusätzliche Rechnenleistung auf dem Sensor erwärmt sich dieser schneller, was zu einem höheren Rauschen führt.

Robustheit

Da ich zumindest draussen Fotografiere, und nicht immer mit allerbesten Wetter rechne, müssen meine Kameras zumindest spritzwassergeschützt sein. Weiterhin sind Gehäuse aus Metall-Druckguss von Vorteil, wenn man Aufnahmen vom Stativ macht, da hier die meisten Kunststoffgehäuse nachgeben. Ich persönlich habe daher auch ein (Metall-) Kameragehäuse ohne und eins mit (Kunststoff-) Batteriegriff. Und glaubt’s mir: Es ist sichtbar!

 

Objektivsystem

Was man von vornherein in seine Betrachtungen mit einbeziehen sollte, ist das Objektivsystem. Wie teuer sind die Objektive? Kann ich wirklich alle Objektive aus dem Katalog an meiner Kamera montieren? Reicht mir die Lichtstärke aus? Muss ich Spezialobjektive einsetzen?

Fazit

Auch wenn ich jetzt wieder die schon eingangs erwähnte Prügel beziehe: [u]Ich persönlich[/u] komme am besten mit (Semi-) professionellen Kameras klar.

Nachsatz

Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn Ihr mir mit Anmerkungen und Fragen weiterhelfen würdet, diesen Artikel zu verbessern. Ansonsten: Viel Spass damit!