Ladoga 1 Seesocke und Spritzdecke

Wozu denn das?

Na, Spritzdecke: damit man nicht nass wird und Seesocke: damit das Boot nicht voll Wasser läuft.

Während das „normale Nasswerden“ einfach nur doof ist, kann das Volllaufen des Bootes bspw. im Falle einer Kenterung richtig gefährlich werden.

Ohne Spritzdecke und Seesocke

So sieht ein Boot aus, wenn nix drin und dran ist: Wasser kann ins Boot laufen.


Und beim Faltboot ist dann wirklich der gesamte Innenraum bis in den letzten Millimeter voll, da hier keine Schotten dem Wasser im Weg stehen.

Selbst wenn zu den seitlichen Luftschläuchen noch Ortliebsäcke oder Spitzenbeutel im Boot sind, die verhindern, dass noch mehr Wasser ins Boot läuft: ein derart vollgelaufenes Boot stellt wirklich ein Problem dar. Aufgrund des hohen Gewichtes (das können ein paar hundert kg sein), kann man das Boot nicht auskippen. Es besitzt auch keine Heckschott englischer Bauart, an denen fast alles Wasser beim T-Lenzen aus dem Boot läuft. Das T-Lenzen wird sowieso nicht bei allen Booten funktionieren, weil es das Gestänge zu stark belastet. Ein vollgelaufenes Boot ist auch sehr kippelig. Es bleibt nur das Lenzen mit Handpumpen. Und das stellt bei hunderten von Liter Wasser schon eine Herausforderung dar.

Spritzdecke

Spritzdecken kennen auch noch viele Nichtkajaker: Das ist eine Schürze, die man um die Tailie trägt und mit dem Süllrand der Einstiegsluke verbindet.


Jetzt kommt zumindest kein Wasser mehr ins Boot, wenn man normal fährt. Was aber, wenn man kentert und aussteigen muss? Dann läuft das Boot wieder voll.

Seesocke

Eine Seesocke ist praktisch eine überdimensionale, wasserdichte Socke, in die man bis zur Hüfte reinschlüpfen kann. Der Fahrer sitzt in der Socke, in dem Boot.


Sie wird, wie die Spritzdecke, an dem Süllrand befestigt. Die Spritzdecke trägt man zusätzlich oben drüber.


Kommt nun Wasser durch Kenterung oder einer offenen Spritzdecke ins Boot, läuft nur die Seesocke voll, nicht aber das restliche Boot.


Wenn die Seesocke mit Wasser volläuft, kann man trotzdem das Boot anheben, weil nur wenig Wasser im Boot ist. Hierdurch ist oftmals auch ein T-Lenzen möglich, so dass sehr viel Wasser aus dem Boot läuft. Also: Ein echtes Sicherheitsplus!

Ein weiterer Vorteil ist es, dass der Dreck, den man beim Einsteigen mit ins Boot nimmt, in der Seesocke bleibt und sich nicht im Boot verteilt. Wenn man allerdings an irgendetwas schnell ran möchte, ist dies schon problematisch, da die Seesocke natürlich den Zugang zum Innenraum versperrt.

Erfahrungen / Vergleich mit anderen Booten / Sicherheitsaspekte

Ich habe leider nur sehr kurz die Seesocke und Spritzdecke genutzt, da ich schon im ersten Jahr auf den Narak umgestiegen bin. Das Material der Seesocke ist in der Innenseite rau, was dazu führt, dass diese nicht so sehr am Bein kleben bleibt. Sie ist gut verarbeitet und getapet, ich kann also nichts Negatives drüber schreiben.


Ich kann die Triton Teile nur mit der Seesocke und die passende Spritzdecke von Zölzer für den Narak vergleichen. Diese ist wesentlich aufwendiger gearbeitet als die Triton, allerdings auch viemal so teuer. Und, ja, ich finde, sie ist besser. Nur … ich finde nicht, dass sie viermal besser ist.