Moritz

Ein zweiter Kater

Nach dem Überfall von Alex auf mich war die Entscheidung zu einem weiteren Kater sehr schnell gefallen.

Moritz

Ich hatte auch die Züchterin angerufen und um ihre Meinung gebeten, sie fand die Ideeen Alex zu Kastrieren und sich einen kleinen Kater dazuzuholen, prima.

Eigentlich kam für mich auch nur ein Kater aus dieser Zucht für mich in Frage, und wie es der Zufall wollte, wollte die Züchterin eigentlich mit der Zucht aufhören und hatte nur noch einen einzigen, letzten Wurf gemacht. Wort waren zwei – welch Glück – Kater gefallen, die beide recht frech waren. Da es zufälligerweise der M-Wurf war bekamen die beiden die Namen Max und Moritz. Max war schon vergeben, so habe ich den allerletzten Kater von meiner Züchterin bekommen.

Moritz will Moritz sein

Und Moritz machte seinem Namen alle Ehre.

Das fing schon bei der Züchterin an: Kittenfutter? Iiiiichhh??? Ne! Ich gehe mal zu den Erwachsenen. Quetsch nach links, quetsch nach rechts, irgendwann steht man vor dem Napf und kann auch futtern. Dieses Rüpeln wurde natürlich von den alten Katzen mit Tatzenhieben auf dem Kopf sofort bestraft, also: Kopf runter, Ohren eingeklappt, warten.

Nach ein paar Sekunden: *Plop* das eine Ohr aufgestell, *Plopp* das andere Ohr aufgestellt, weitergefuttert.

… geeeeenauuuuusoooooo wie später auch bei mir.

Er ist einfach komplett dreist.

Oder: Meine beiden Kater wollen auf einen Tisch springen. Alex geht zurück, guckt links, guckt rechts (ob er auch genug Platz zum Landen hat), springt sicher und geht von da aus weiter. Moritz nicht. Der springt einfach. Oft klappt das auch. Aber nicht immer. Und dann gibt es je nach Lage verschiedene Geräusche: Das Knartzen von abruschenden Krallen in der Ledergarnitur oder von Holzmöbeln, das Aufschreien meiner Gästen, weil sich in deren Beinen die Krallen von Moritz einen sicheren Halt gefunden haben oder ein Mautzen, wenn er wieder auf dem Boden gelandet ist, von dem er absprang.

Also: Komplett dreist. Aber das schrieb ich ja schon.

Moritz und Alex

Eigentlich war die Zusammenführung recht einfach: Moritz wurde von Alex einfach nicht für voll genommen, was sich allerdings bis dato auch nicht grundlegend geändert hat.

Bei Moritz wurde es allerdings problematischer, als er knapp ein Jahr alt wurde, weil er fortwährend versuche, Alex zu dominieren. Und so musste ich ihn leider schon viel zu früh kastrieren lassen. Danach ist das sofort besser geworden.

Heute ist das immer noch so: Alex nimmt Moritz immer noch nicht ernst. Allerdings versucht Moritz Alex immer mal wieder zu piesacken: Alex liegt entspannt im Wohnzimmer, dann kommt Moritz angehoppelt und springt Alex ins Kreuz. Und schwups haben wir die tollste Keilerei im Wohnzimmer. Auch Arztbesuche sind schon problematisch: Alex riecht dann anders und wird von Moritz angeknurrt. Als Alex seinen Schlaganfall hatte, war das ganz schlimm: Dadurch, dass er zum einen anders roch, zum anderen sich aber noch anders bewegte, knurrte Moritz ihn fortwährend an.

Moritz und Menschen

Moritz ist Menschen gegenüber immer positiv eingestellt. Er kommt immer an und will geknuddelt werden, leider ist ihm noch nicht aufgegangen, dass die Menschen recht empfindlich auf Krallen reagieren (s.o.). Aber: geragen oder eingeengt will er nicht werden. Im Grunde ist er genau das Gegenteil von Alex.

Der Kacker

Wenn ich vom „Kacker“ spreche, kommt natürlich sofort die Frage, wie ich denn auf diesen Namen komme.

Moritz ist so dermaßen Erziehungsresitent, dass es sich geradezu dieser Name aufzwingt. Er wird auch von Keinem (weder Mensch noch Vierbeiniger Hausgenosse) so recht ernst genommen. Er baut Mist, man verdreht die Augen und er kommt damit natürlich durch.

… ein Kacker eben … 😉