Prijon Kajakmesser von Antonini

Beschreibung

Das Prijon Kajakmesser von Antonini konnte ich nur auf der Prijon Seite (und den Seiten der Prijon Händler) für einen Listenpreis von 27 EUR finden, nicht aber auf der Seite von Antonini.


Es ist ein billige Alternative zu den sonst angebotenen Rettungsmessern. Dass dies Messer nicht nur finanziell sondern qualitativ eine andere Klasse ist, merkt man schon beim ersten Eindruck: Griffschalen aus lackierten Alu und wackelig geführte Klinge. Durch die Gummierungen hat man einen schön „griffigen“ Eindruck.

Testparcous

Technik

Salzwasserfest (nach Doku / nach Test)

Beim Hersteller habe ich nichts über eine Wasserfestigkeit – oder gar eine Salzwasserfestigkeit – gelesen.

Allerdings habe ich bei der ersten Demontage schon entdecken müssen, dass die unbehandelten Aluteile korrediert waren und die Klinge Rost angesetzte. Man wird das Messer immer gut pflegen müssen, damit man längere Zeit dran Freude hat.

Sauberes Einrasten der Klinenarretierung

Für sehr bedenklich halte ich das Liner-Lock: Wie man im oberen Foto sehen kann, rastet dieses nicht in der Klinge ein.


Erst wenn man die Klinge dreht und wirklich bis zum Ende aufspannt, rastet es ein. Im obigen Zustand ist das Messer sehr gefährlich, weil das Messer unerwartet einklappen und man sich dann heftig verletzten kann.


Finisch (Verletzungsgefahr)

Das Messer liegt ein bisschen klobig in der Hand. Durch die Gummieinlagen hat man aber nicht das Gefühl, dass das Messer aus der Hand rutschen kann. Auch gibt es keine scharfen Kanten o.ä..

Haptik:

Leichte Bedienbarkeit

Jein. Hintergrund: Wenn die Klinge stramm läuft, ist das Messer schwergängig. Lockert man die Schraube, wird die Klinge nicht mehr sauber geführt. Im schlimmsten Fall rastst das Liner-Lock nicht mehr ein.

Bedienung mit Handschuhen

Die ist auf jeden Fall gegeben: Der runde Teller am Klingenrücken ist auch mit Handschuhen ertastbar. Allerdings kann man auch damit in Kleidung o.ä. hängenbleiben und so das Messer öffnen.

„blinde“ Bedienung.

Aufgrund des Aufbaus des Messers ist dieser gegeben.

Aufgabe 1: Spritzdecke zerschneiden.

Die Spritzdecke kann auch nicht mit Trick zerschnitten werden: Die Messerspitze ist zu sehr rundgeschliffen. Hierzu ist das Messer komplett ungeeignet.


Das ist in meinen Augen ein klares Sicherheitsmanko.

Aufgabe 2: Leinen kappen.

Das Zerschneiden von Tampen durch das Zuklappen wie bspw. beim ARA-XL geht auch nicht (ist aber auch nicht als Funktion angegeben worden, daher kann man es nicht als Fehler einstufen).


Man muss Leinen mit der Klinge „normal“ schneiden, sprich mit dem komplett geöffneten Messer solange an der Leine sägen, bis sie durch ist. Das geht aber durch die gebogene Klingenform recht gut.

Fazit

Ich kann dieses Messer als Rettungsmesser „aus dem Karton“ nicht empfehlen. Nach der dargestellten Nacharbeit ist es bedingt tauglich.

Kann das Messer mich zumindest als Schneidwerkzeug überzeugen? Klare Antwort: Nein.

Der große Vorteil: Es hat gegenüber den anderen Rettungsmessern einen klaren Preisvorteil. Ob der die Sicherheitsmankos rechtfertigen kann, muss man selbst entscheiden.