Sans, Souci.

 

(Das ist korrekte Bezeichnug vom alten Fritz, es gibt sogar darüber eine wissenschaftliche Ausarbeitung, warum das „Sans, Souci.“ und nicht „Sanssouci“ heisst.

Als Touri auf Reisen darf man sich das natürlich nicht entgehen lassen … dachte ich mir 😉

Auch wollte ich natürlich den Geocache „Drache von Sanssouci“ lösen, ein super gestalteter Geocache der so intelligent angelegt ist, dass man inmitten der Besucher seinen Tätigkeiten völlig unauffällig nachgehen kann.

Aber: Es kam natürlich alles ganz anders.

Zunächst der Parkplatzärger: ParkHÄUSER sind für mich mit meinem WoMo tabu, Parkplätze gibt es natürlich im touristisch gut erschlossenen Potsdam nahe dem Schloss Sanssouci reichlich. Freundliche Hinweisschilder weisen auch den Wohnmobilisten seine Richtung. Dann der Brüller: PKW links, Busse und Wohnmobile gerade aus. Warum ein ein 16 sitziger und 7m langer Mercedes Benz Sprinter Traveler nun eher ein PKW als ein Bus ist, hat sich mir nicht völlig erschlossen. Auch das Argument, dass ich ein KLEINES WoMo mit 5,95m länge habe, diente nicht dazu die Schranke zu öffnen. Das Fahrzeug dient zum Schlafen und Wohnen und nicht zum Fahren. Interessanter Weise sehen die Finanzbehörden das genau umgekehrt: Die besteuern mein WoMo als PKW, da es vornehlich zum Personentransport statt zum Wohnen dient. Irgendwie sollte man doch meinen können, endlich einmal als Besitzer eines Wohnmobils mal dieselbe Willkür zeigen zu können, die einem von Staatswegen entgegen schlägt. Hanoi.

Apropos offene Schranken. Die Schranke war natürlich nicht offen. Weil der Parkplatz voll war. Schon um 10 Uhr. Hmmmmm. Eigentlich dachte ich immer, dass die verfügbaren Platzplätze die Summe der weiss markierten Fläche des Teerplatzes seien. Und dass die freien Parkplätze diejenigen Plätze seien, die nicht durch dadrauf stehende Fahrzeuge den Status „belegt“ zugewiesen bekamen. Würde man dass berücksichtigen, würde man nachrechnen können, dass dort 2 (ZWEI) Wohnmobile PLUS 3 (drei) Busse auf geschätzten 60 freien Plätzen standen. Die Busse und Wohnmobile hatten sich auch nicht so ungeschickt hingestellt, dass der Parkplatz wirklich voll wäre. So sah es dann auch der herangeeilte Parkplatzwärter, der mitbekam, dass ich zurücksetzte und auf den PKW Parkplatz fahren wollte (daraus erfolgte die vorgenannte Diskussion). Er erklärte mir, dass ich NATÜRLICH den hohen der beiden Ticketschalter benutzen sollte, da ich ein Wohnmobil hätte und da den Busschalter benutzen müsse und nicht den für PKW. Hä? Ich habe ein Wohnmobil auf VW T4 Basis. Davon stehen -zig Fahrzeuge auf den PKW Parkplatz. DAS IST EIN PKW. Nein, er berichtigte mich: Das ist ein BUS. Weil’s ein Wohnmobil ist. Aha. Ich kapitulierte. Wahrscheinlich kann man Parkplatzwärter irgenwo studieren und ich bin einfach noch nicht bereit für diese schweren logistischen Herausforderungen des Parkplatzwartens. Er setzte die Säule zurück und forderte mit dem BUSSCHALTER ein Ticket an. Nur kam keins raus: Der Parkplatz ist voll. Nach etlichen Versuchen und auf- und zuschliessen der Säule hat auch er kapituliert und mir mit dem Nottaster Einlaß gewährt. Ich hatte nur gehofft, dass ich die 30 Minuten „Support“ nicht auch noch bezahlen müsste.

Ich zog schnell meine Schuhe an und floh mit Yankee vom Parkplatz zum Schloss. Endlich können wir uns wieder erfreuen.

Denkt man. Millionen von blöden Touris strömten uns entgegen. Japaner, Chinesen, Italiener, andere Anderssprachige und einige Deutsche. Und natürlich irgendwelche Ticketverkäufer, Touriguides und Flötenspieler mit Dreispitz in „historischen“ Klamotten. Toll. Yankee mochte alles auch nicht so, daher versuchten wir eine neuerliche Flucht über den Schotter am Schloss entlang. Zur Rechten war eine Reisgruppe mit Führer, dahinter die Treppen, die zum Springbrunnen hinabführten, dann wieder eine Gruppe. Wir gingen schnellen Schrittes voran, dann schoss da so ein Stiesel die Treppen hoch. Mit Dreispitz auf’m Kopp und kraftvoll geschwungenen Gehstock. Guckte irgendwie grimmig drein, drehte sich um, ging wieder flotten Schrittes knapp vor uns die Treppen runter. Spinner. Ein paar Meter weiter guckte ich auch rechts runter und sah direkt die Aufschrift „ARRIFLEX“. Naaaaa, toll, ich wollte mich schon immer wie Mister Bean fühlen und einen Dreh sprengen. Wenigstens hatten die auch heute einen schlechten Tag. Jetzt sah ich auch, dass die Gruppe, auf die ich zuging, gar keine Reisegruppe war, sondern Touris, die von einen „Nicht-Weiter-Man“ (so einen „Blockierer“-Lemming) in Schach gehalten wurden. Nur ich nicht. Deren Problem.

Das Schloss von unten gesehen, das spielte sich aber oben ab.

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Da sieht man den Willi mit Dreispitz und Federn druff. Ich wollte schon vorbei und denen meine Gagenforderung mitteilen 😉 … und natürlich die von Yanekee!!

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Kleinerer Springbrunnen.

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Teil eines Geocahces. Und ne schöne Arbeit.

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Naja. Ich wüsste ja nicht ob ich da Baden würde. Ist ja nicht ganz so intim wie zuhause, oder???

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Das Chinesische Haus (Gartenpavillon) im Park. Es sollen ja wunderschöne Arbeiten drinnen sein, ein Besuch wurde allerdings durch Yankee’s Anwesenheit vereitelt (strengste Hundeverbot).

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Im Touri-Gedränge des Garten von Sanssouci fragte ich mich allerdings, was ich hier mitten im Trubel machte. Erhohlung ist das nicht.

Und so war mir klar, dass ich nicht nur meinetwegen ein bisschen in die Einsamkeit flüchten wollte.