Wanderung am Königssee

 

Natürlich habe ich mir eine Karte gekauft.

Eigentlich war die Idee, nach St. Bartholomä zu fahren, dort die Eiskapelle zu erwandern und 4 Geocaches mitzunehmen, danach nach Salet zu fahren um dann über eine Stiege zurück zu wandern. Allerdings wollte mir der Mann beim Fahrkartenverkauf die Karte nicht verkaufen. Sein Kollege riet mir davon abzusehen, da es die Stiege nicht mehr gibt (TOLLE Wanderkarte!) und mir nur der Weg über einen 1.700m hohen Pass bleiben würde. und Yankee machte auf ihn nicht den Eindruck eines Alpinen Kletterers (lag gaaaaaaaaaaaarantiert nicht an meiner Erscheinung 😉 ).

Die Fahrt nach St. Bartholomä war entspannend … wegen des Nebels:

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Man sah einfach … NIX!

Allerdings wurde dann noch an der Echowand das legendäre Echo auf einem Horn geblasen. Ich hatte das früher als „Kitsch“ abgetan, es war allerdings wirklich beeindruckend, wie das Echo der Trompete antwortet.

Ankunft in St. Bartholomä eines anderen Elektrobootes:

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Das alte Jagtschloss und heutiges einziges Gasthaus … OHNE GÄSTE (Touris!).

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Blick zurück unter dem Nebel, der sich langsam lichtete:

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Dampfendes Fischerhaus:

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Da ging ich also frohen Mutes zur Eiskapelle und urplötzlich rissen die Wolken auf und ich konnte keinen Himmel sehen sondern eine Steinwand. WOOOWW!!!

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Ein bisschen später im Gegenlicht konnte man es sehen, wie sich der Nebel urplötzlich verzog. Es war sagenhaft!

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Wir kamen an der Kapelle St. Johan und Paul vorbei (wo ich plangemäß den zweiten Cache hob, den ersten hatte ich in St. Bartholomä nicht gefunden).

Es ging über schmale Wege ziemlich steil bergauf. Und das wurde zum Bekleidungsproblem: Ich schwitzte natürlich in meinem Baumwoll-T-Shirt, dadrüber hatte ich anfangs eine Jacke, die ich aber nach dem Nebel ausgezogen hatte. Für’s T-Shirt war’s auch immer noch zu kalt, zudem war das komplett durchgeschwitzt und ich wollte keine Erkältung riskieren. Also behielt ich es an. Beim Abstieg bemerkte meine Nase allerdings ein strenges „ICH“ und ich ärgerte mich, dass ich nicht doch zuvor beim Trekkingladen vorbeigeschaut hatte.

Nicht nur ein gutes Hemd wäre angesagt gewesen, auch diese Wanderstöcke, die mich an „Nordic Working“ erinnern, finde ich mittlerweile gut, weil man sich gerade beim Abstieg drauf abstützen kann und so zwar langsamer, dafür aber sicherer geht …

Nachdem ich nach ca. 260 Höhenmetern (ich weiss, ich weiss) ziemlich jappste, sah ich schon den Fuß des Watzmannes und damit das Ziel der Wanderung. Juuuhuuu!

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Aaaaaber … langsam wurde es geröliger. Yankee nutzte auch jede Gelegenheit Wasser nachzutanken. Den einen Liter Yankeewasser ( = 1kg!!! ) konnte ich also wieder runter tragen … :-((

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An dieser Stelle muss ich noch einmal meinen Kleinen loben: Als ich das Geröllfeld mit den viele, vielen, vielen Steinen sah, hatte ich wirklich Angst um Yankees Füße. Er hat sich aufgrund Rumdölmerei ja nicht nur einmal arg verletzt. Hier verhielt er sich aber – zumindest für mich – völlig anders: Er ging meist vor und setzte sehr vorsichtig seine Füße voreinander. Wenn er nicht sicher war, bspw. von einem Vorsprung runter zu kommen, wartete er auf meine Hilfe und hat’s nicht einfach blind gemacht. Die Inspektion seiner Pfoten hat gezeigt: Nix kaput, alles OK! Der erste alpine Barsoi!

(Ich war ja wirklich ein bisschen stolz auf ihn.)

Zum Suchen des einen, verdammten Geocaches bin ich dann alleine über’s Geröllfeld gerannt (ohne den Cache natürlich zu finden). Dazu wollte ich den Kleinen natürlich nicht mitnehmen und habe ihn an einen Stein angebunden. Er freute sich überschwenglich, wenn ich kam … aber wer würde denn YANKEE einfach irgendwo in einem Geröllfeld anbinden und nicht wieder mitnehmen???

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Ein kleinesTürmchen.

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Eine Watzmannrakete!

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Am Ziel: Hier haben wir kurz gerastet und in der Sonne uns gewärmt (wir sind ja nur im Schatten gelaufen).

Die flache Kuppe ist Eiskapelle, die durch Schmelzwasser entsteht, was unter dem Gletscher abfließt.

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Links oben der Watzmann, der Gletscher.

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Blick in die andere Richtung zum Königssee.

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Mein Held:

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Er bekam natürlich für seine Heldentat ein Mittagessen aus der Tüte.

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Zurück in St. Bartholomä konnte man zwar keinen Nebel sehen, dafür um so mehr Touris. Von den Kellnern am Jagtschloss wurden wir herzlich gegrüßt, da wir mit ihnen nach St. Bartholomä gefahren sind.

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Königssee Richtung Schönau.

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Königssee Richtung Obersee. Dahin fahren wir jetzt.

(Zum Glück wusste Yankee noch nix von seinem Glück 😉 ).

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Auf dem Weg zum Obersee. Der Obersee selbst liegt hinter dem Königssee von dem er durch einen Moränenwall und einen Bergsturz aus dem 11. Jahrhundert getrennt wurde. Er ist landschaftlich noch schöner als der Königssee.

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Der Obersee. Im Hintergrund die Fischunkelalm und leicht rechts der Röthbachfall. Atemraubend ist das Panorama: Das spiegelglatte Wasser (wenn nicht Yankee draus trinkt), die bis über 1000m hohe, steile Felswände. Abschreckend sind – mal wieder – die Touris.

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Die Fischunkelalm. Diese wird übrigends seit fast 500 Jahren bewirtschaftet wird.

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Der Röthbachfall stürzt 380m (nach Ortbegehung, 470m laut Eigenwerbung 😉 ) in die Tiefe. Absolut spektakulär!

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Noch einmal die Fischunkelalm.

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Links die echte Kuh, rechts die Attrappe aus Stein.

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Auf der Rückfahrt mit dem Boot durch das Oberlich fotograffiert: Der Watzmann.

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Apropos Rückfahrt: Yankee hatte ich unter den Sitzen verstaut, was zunächst für Unmutsäußerungen bei der Besatzung, danach nur noch für Verwunderung geführt hatte. Ich wusste, dass Yankee einfach nur schlafen will. Also habe ich ihn hinlegen lassen und ihn auf seinen Fell und dem glatten Boden des Bootes einfach unter die Sitze geschoben. Er schlummerte gemütlich im Dunkeln, die Gäste wunderten sich erst, dann bewunderten sie MEINEN Hund!

*Strahl*

Und nochmal die Kirche von St. Bartholomä mit neuem, rot lackiertem Holzschindeldach.

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Yankee war tot. Mausetot. Vorhin wollte er noch nicht einmal zu seinem Abendgassi raus.

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Das Höhenprofil, dass ich mit dem GPS mitgeschnitten hatte. Die flache Abschnitte sind z.T. die Bootsfahrten. Ich komme so auf eine Strecke von 24km Wanderung bei einer Höhe von 240m. Das ist nicht viel für die Profis, für mich und Yankee schon.

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Bedanken möchte ich mich auch noch bei meinen Schuhen von Meindl. Mir ist es völlig unverständlich, wie ganze Schulklasse ohne kernige Wanderschuhe auf ein Geröllfeld einfallen. Ein umgeknickter Fuß und schwups kann da ein Hubschrauber hin. Auf dem Rückweg ist mir eine Familie entgegen gekommen, die trugen Sommersandalen und Mokassin’s … unglaublich. Auch beim Durchwarten der Bäche habe ich immer trockene Füße gehabt … ich kann mir nicht vorstellen, dass die Familie ein ebensolches Privileg genossen hat.

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Hanoi.

Ein wunderschöner, unvergesslicher Tag, insbesondere was meinen Kumpel Yankee anbelangt.